Stell Dir vor…

Ich habe mir kürzlich Herbie Hancocks nicht mehr ganz brandneue CD „The Imagine Project“ (2010) gekauft. Das Album stellte sich als eines heraus, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe: ein Album, das ich rauf- und runterhöre.

hancock-imagineDas Album ist kein Jazz-Album. Oder doch. Es ist auch kein Pop-Album. Oder doch. Man findet Stücke wie „Imagine“ (John Lennon), „Don’t Give Up“ (Peter Gabriel), „The Times, They Are A’Changin’“ (Bob Dylan) und „Tomorrow Never Knows“ (The Beatles) und „Exodus“ (Bob Marley) auf der CD. Die Musik ist mal poppig, mal rockig, balladesk, funky, jazzig, mit Ausflügen in den Bereich der Weltmusik (zum Beispiel Richtung Asien), immer wieder klingt das typische Hancock’sche Klavier hindurch. Gerade der Opener des Albums, „Imagine“, ist herausragend. Man kennt das Stück zur Genüge, aber so habe ich es noch nie gehört. Ich kann mich nicht daran satt hören…

Und die Liste der Gastmusiker ist riesig. Um nur die aufzuzählen, deren Name mir bekannt ist: P!NK, Seal, Alex Acuña, India.Arie, Jeff Beck, Vinnie Colaiuta, Larry Klein, Lionel Loueke, Marcus Miller, John Legend, Tal Wilkenfeld, Susan Tedeschi, Derek Trucks, The Chieftains (Paddy Maloney, Seán Keane, Kevin Conneff, Matt Molloy), Manu Katché, Los Lobos (David Hidalgo, Conrad Lozano, Louie Pérez), Dave Matthews, Chaka Khan, Anoushka Shankar und Wayne Shorter.

Vom Albumtext:

This album was recorded in various countries throughout the world, in multiple languages, and with various international artists in an effort to show the power and beauty of global collaboration as a golden path to peace.

Ob das mit dem Pfad zu Frieden so klappt, sei einmal dahingestellt. Die Schönheit erreicht das Album aber mit einer Leichtigkeit, die mich vollends begeistert. Wenn ich noch kein Fan von Herbie Hancock gewesen wäre – jetzt wäre ich einer.

Man liest kritische Stimmen, denen das Album nicht jazzig genug ist. Wie eingangs gesagt: es ist kein Jazz-Album und doch ist es eins. Es ist aber auch Pop-Musik, Weltmusik, … Die Kritik, es sei nicht jazzig genug, gilt nicht, da sie bestenfalls den eigenen Geschmack reflektiert… Mir gefällt, dass sich Hancock nicht an die künstlichen Grenzen zwischen den Musikgenres hält.

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