Bandarbeit

Wie je viele sicher bereits wissen, spiele ich seit einigen Jahren in einer Live-Karaoke-Band, den Tübadours, die sich inzwischen vor allem in Tübingen einer gewissen Beliebtheit erfreuen, aber zum Beispiel auch schon regelmäßiger Gast bei der Nagold Double Stage waren.

Am Anfang zwar als solche gegründet sind die Tübadours nicht länger eine reine Karaoke-Band, sondern haben inzwischen einen Sänger und eine Sängerin, um sich flexibler aufstellen zu können. Was geblieben ist, ist die Notwendigkeit eines umfangreichen Repertoires, denn bei Karaoke braucht man eine gewisse Auswahl für die Sänger und Sängerinnen. Und wenn man als Party- oder Cover-Band auftritt, braucht man genug Repertoire, um ein paar Stunden mit Musik füllen zu können.

Gitarren-Leadsheet

Immer wieder werden Songs aus dem Repertoire geschmissen, da sie kaum oder gar nicht bei der Karaoke gesungen werden. Dafür müssen dann auch immer wieder neue Songs gelernt werden.

Für mich bedeutet die Vorbereitung auf einen neuen Song in der Regel dreierlei:

  • Schauen, ob es bereits ein Leadsheet – Text mit Akkorden – gibt; das ist fast immer der Fall, entweder durch ein Bandmitglied, was von Vorteil ist, da sie dann allermeistens stimmen, oder im Internet, was mehr Arbeit bedeutet. Dann erstelle ich nämlich immer ein neues Leadsheet, bei dem die Fehler aus dem Internet (und die gibt es fast immer) korrigiert sind.
  • Wenn der Song einen Bläsersatz hat oder wenn ein Bläsersatz gut passen würde, dann schaue ich, ob schon irgendjemand einen Bläsersatz geschrieben und im Internet geteilt hat. Falls ja, schaue ich, wie er mir gefällt und arrangiere ihn ggf. neu. Wenn es noch keinen gibt bzw. wenn ich keinen finde, dann arrangiere ich ihn selbst neu.
  • Zu guter Letzt muss ich mich um meine eigene Gitarrenstimme kümmern, die auch geeignet notiert sein will, falls nötig.

Wenn das geschafft ist und ich meine eigene Stimme spielen kann, dann zeigt sich, was in der Probe passiert. Für mich ist die Hauptarbeit in der Regel getan, aber natürlich kann es mehrere Proben dauern, bis mit der Band alles zusammenpasst. Immer wieder stellt sich heraus, dass mir Fehler unterlaufen sind, oder dass der Bläsersatz nicht so gut klingt, wie am PC und auf Papier erdacht und muss geändert werden. Und natürlich ist es eine Sache, mit der Band einen Song einfach nur zu spielen, und eine andere, ihn so zu spielen, dass es groovt.

Für die Arbeit zuhause nutze ich mehrere Hilfsmittel – abgesehen natürlich von der Gitarre. Natürlich Notenpapier mit Bleistift und Radiergummi – ohne geht gar nichts. Für das Bläser-Arrangement ist mit inzwischen MuseScore ein Hilfsmittel von unschätzbarem Wert geworden, das ich nicht mehr missen möchte. Zuletzt nutze ich Transcribe, das die Arbeit des Heraushörens und Transskribierens erheblich erleichtert.

Insgesamt gehen so pro Song gut und gerne zwei Stunden an Arbeit drauf, gelegentlich auch mal deutlich mehr – ohne das eigentliche Üben.

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